Peru – auf den Spuren der Inkas!
7 10 2014Hola amigos!
Nachdem wir mit dem Nachtbus, aus San Pedro de Atacama kommend, die Grenze nach Peru überquert hatten, war unser erster Stopp Tacna, ein nettes Grenzstädtchen, von wo wir dann in die Hauptstadt Lima weiterflogen.
Am Flughafen Limas angekommen, freuten wir uns dann schon auf ein Wiedersehen mit Sylvia und Florian, um dann während der nächsten beiden Wochen die „Highlights“ des Landes mittels Mietwagen zu entdecken. Nachdem wir nach einigen kleinen „Verständigungsproblemen“ (man wusste bei unserer Ankunft leider nichts von unserer Mietwagenreservierung) unseren Wagen doch noch ausgehändigt bekamen, war schon die Fahrt vom Flughafen ins Zentrum der Metropole während der Rush Hour ein kleines Erlebnis. Die Hupe war wieder einmal das wichtigste Instrument und Blinker hatten die Autos hier scheinbar ausschließlich zu Designzwecken… man machte sich also lieber mit Handzeichen durch das geöffnete Fenster bemerkbar :-).
Heil angekommen, nutzten wir nach einem kurzen Erholungsschlaf den darauffolgenden Tag zu einer kurzen Stadtbesichtigung, bei welcher uns sogar der peruanische Präsident ein kurzes Stelldichein gab… oder vielleicht doch nur den Wechsel seiner Wache mitverfolgte 😉
Nach einem netten Spaziergang durch die koloniale Altstadt Lima’s, bei welchem wir auch über 70.000 Leichen bzw. deren Überreste in den Katakomben der Iglesia de San Francisco bestaunten, sind wir am Nachmittag bereits Richtung Süden nach Paracas aufgebrochen.
Landschaftlich ist die Gegend entlang der Pazifikküste unerwartet kahl und besteht vorwiegend aus Stein bzw. Sandwüste. Umso gespannter waren wir dann aber auf die vorgelagerten Ballestas Inseln, auch Klein-Galapagos genannt, die wir Tags darauf auf einem Bootstrip erkundeten.
Diese haben unsere Erwartungen dann jedenfalls beinahe übertroffen. Uns erwarteten hier 2 kleine Felsinseln ohne jegliche Vegetation, auf welchen es von unterschiedlichsten Vögeln (u.a. Pelikane und Pinguine), Seelöwen sowie Delfinen nur so wimmelte.
In Acht nehmen musste man sich jedoch nur vor den Kormoranen, die ihre Ausscheidungssekrete mit Vorliebe auf die Touristenboote herabließen.
Obendrein konnten wir noch einen Blick auf den „Kerzenleuchter“ werfen, der uns bereits einen Vorgeschmack auf die mysteriösen Nazca Linien gab.
Mittags ging es dann weiter in das nur knapp 100 Kilometer entfernte Huacachina, einer kleinen Oase inmitten riesiger Sanddünen.
Nach einer achterbahnähnlichen Fahrt mit einem Sandbuggy durch die Sanddünen und nachdem wir uns ein wenig im Sandboarden versuchten (die als Sandboard bezeichneten Holzbretter ohne Bindung ließen Versuche im Stehen leider nicht zu), konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang hoch über der Oase genießen.
Den nächsten Tag verbrachten wir dann großteils im Auto um von Huacachina in das knapp 12 Autostunden entfernte Arequipa zu gelangen. Das Highlight auf dieser Strecke waren die mysteriösen Nazca Linien, die wir mit einer kleinen Propellermaschine überflogen.
Auch wenn uns danach speiübel war und wir mit unserer Entscheidung, „nur“ den halbstündigen anstelle des 1-stündigen Flugs zu unternehmen, hochzufrieden waren, hat sich der Blick auf die einzigartig in den Boden gefrästen Figuren allemal ausgezahlt.
Nachdem sich unsere Mägen wieder einigermaßen erholt hatten, konnten wir noch einen Friedhof mit Jahrhunderte alten Gräbern besichtigen, in welchen die mumifizierten Leichen inklusive deren Haare noch in der damals bestatteten hockenden Position vorgefunden wurden. Unzählige weitere Menschenknochen fanden wir über das gesamte Friedhofsgelände verteilt… ein etwas makabrer Ort ;-).
Arequipa selbst, dessen koloniale Altstadt noch hervorragend erhalten ist, haben wir dann Tags darauf genauer unter die Lupe genommen und konnten auch die rund 500 Jahre alte Juanita bestaunen, die ähnlich wie unser Ötzi im Eis auf knapp 6000 Metern gefunden wurde und einst im Alter von 12 Jahren von ihrem eigenen Volk auf dem Vulkan geopfert wurde und heute im Museum noch gefroren zu bestaunen ist.
Danach ging es weiter Richtung Canon de Colca, dem zweittiefsten Canyon weltweit. Bereits die Autofahrt durch das Hochland nach Chivay, dem Ausgangsort für jegliche Canyonerkundungen, war ein Erlebnis. Während der Fahrt haben wir dann auch jede Menge Alpacas und Vicunjas beobachten können. An diesen teils lustig aussehenden und zur Familie der Kamele zählenden Tiere konnten wir uns einfach nicht satt sehen, auch wenn sie uns gegrillt am Teller ebenso gut schmeckten :-).
Auf knapp 5000 Meter Seehöhe (übrigens dem höchsten Punkt unserer Perurundreise) haben wir uns dann auch noch ordentlich mit allen nur erdenklichen Kleidungsstücken aus der doch so wärmenden Alpacawolle eingedeckt, um für die Kälte der kommenden Tage gut gerüstet zu sein.
Als wir dann gegen Abend schlussendlich in Chivay angekommen waren, konnten wir uns auch noch in den dortigen heißen Quellen ein wenig aufwärmen. Am nächsten Morgen jedenfalls mussten wir früh raus, um noch die Kondore beim Fliegen durch den Canyon beobachten zu können, welche die günstige morgendliche Thermik ausnützen. Die Fahrt durch den Canyon, teils über Schotterstraße, ging nicht spurlos an uns bzw. unserem Gefährt vorüber und so mussten wir noch einen kurzen Boxenstopp zum Reifenwechsel einlegen – in 15 Minuten hatten Florian und Michael den Reifen vor Ort getauscht und so schafften wir es noch rechtzeitig den mächtigen Vögeln bei ihrer Flugshow zuzusehen.
Den restlichen Tag steuerten wir so manchen beeindruckenden Aussichtspunkt um den Canyon an und wanderten auf eine in den Bergen versteckte Inkafestung, ehe es am Nachmittag dann weiter nach Puno am Titicacasee ging.
Um die Autofahrt etwas spannender zu gestalten, entschied sich der Fahrer dazu, die Benzinreserve etwas austesten zu wollen – allerdings nichtwissend, dass zwischen 2 Tankstellen über 200 Kilometer lagen. Nachdem wir nach bereits 80 Kilometer auf Reserve und entsprechend treibstoffschonendem Fahrstil in ein Dorf mit Tankstelle kamen, konnte man uns aber auch dort nicht weiterhelfen, da die Zapfsäulen aufgrund eines Stromausfalls nicht funktionierten und die Tankstelle somit zusperrte – die nächste hätte es aber in der 60 Kilometer entfernten Stadt Juliaca gegeben. Da aber auch dem Fahrer bewusst war, dass das „eng“ werden könnte, machten wir uns noch in diesem Dorf auf die Suche nach einer alternativen Benzinquelle, um nicht irgendwo in der Dunkelheit im peruanischen Hochland hängenzubleiben. Zum Glück wurden wir nach ein wenig Herumfragen 2 Straßen weiter fündig, wo man uns rasch 5 Gallonen Benzin aus dem Hinterzimmer brachte, was bis zur nächsten Tankstelle reichen sollte.
In Puno heil angekommen stand der darauffolgende Tag vorwiegend im Zeichen der Erholung, um uns von den Strapazen der letzten Tage ein wenig zu regenerieren und zum Abendessen endlich einmal ein gegrilltes Meerschweinchen zu probieren – lecker :-)!
Danach ging es aber auf einem Bootsausflug zu den berühmten Uros Floßinseln, die im Titicacasee umhertreiben und immer noch unter einfachsten Bedingungen von rund 200 Familien bewohnt werden.
Auch auf der Insel Taquile, die unter anderem für Ihre webenden Männer bekannt ist, hatten wir das Gefühl, dass die Zeit hier stehen geblieben wäre und die Modernisierung des letzten Jahrhunderts nicht bis hier hin durchgedrungen ist.
Die letzten Tage standen dann ganz im Zeichen der Inkas. Von Puno ging es dazu in die ehemalige Inkahauptstadt Cuzco. Auch wenn Cuzco äußerst touristisch wirkt, hat es doch einen ganz besonderen Charm. Die koloniale Altstadt ist außerordentlich gut erhalten und in den unzähligen Bars und Cafe’s rund um den Plaza de Armas lässt es sich hervorragend Leute beobachten und ein paar entspannte Stunden verbringen…
Tags darauf ging es dann nach einem kurzen Zwischenstopp in Ollantaytambo, einer von vielen Inkaruinen, weiter mit dem Zug nach Aguas Calientes, von wo aus wir das berühmte Machu Picchu erkundeten.
Und unsere hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Auch ein kurzer Regenschauer, als wir gerade den Wayna Picchu, jenen Berg der über Machu Picchu thront, erklommen hatten, konnte unsere Begeisterung nicht trüben – nass waren wir nach dem schweißtreibenden Aufstieg ohnedies schon und am Nachmittag ließ sich dann auch wieder die Sonne blicken :-).
Danach ging es aber wieder mit dem Zug zurück nach Cuzco, wo wir uns schon auf ein Treffen mit unseren Freunden Zoe und Mario freuten.
Während Michael’s Mutter und Bruder am nächsten Tag wieder heimfliegen mussten, genossen wir noch 2 weitere Tage in Cuzco, ehe sich die beiden auf den Inkatrail und wir uns in den Nachtbus Richtung La Paz in Bolivien begaben…
Hasta luego!
Karin & Michael
Kategorien : Peru
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